Kantenführung

Neulich habe ich euch auf Facebook ja schon mal an den Vorbereitungen zu meine Anker-Carol teil haben lassen.
Ich hatte sie mir für die Stoffmesse in Hamburg genäht und trage sie seit dem andauernd….leider muss sie nur zwischendrin mal in die Wäsche….
Sie ist aus einem wunderschönen Baumwolljaquard genäht, welcher hervorragende Trageeigenschaften hat.
Während des Nähens, erinnerte ich mir, dass ich euch ja schon länger mal die Vorzüge der flexiblen Kantenführung meine Cover zeigen wollte.

(hier rechts oben im Bild)

Also los gehts:

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für die Kantenführung. Die größte Hilfe ist sie mir allerdings beim Säumen.
Beim Säumen mit der Covermaschine ist es schließlich gewünscht, dass die Greiferfäden sich genau um die Kanten des inneren Saums legen, so dass ein zusätzliches Versäubern erspart bleibt. Dabei ist die Kantenführung des Rätsels-Lösung. Denn gerade bei dickeren Stoffen, schafft man es doch nicht immer genau so von rechts zu nähen, dass man die Kante innen trifft. Also lege ich meinen gesteckten und gebügelten Saum zuerst mit der linken (inneren) Stoffseite nach oben unter den Nähfuß. So kann ich den Saum so ausrichten. dass die Saumkante genau unter der linken Nadel liegt und somit eingefasst wird. Habe ich die richtige Position gefunden, wird die Kantenführung an der Saumkante ausgerichtet und fixiert. Mit Hilfe der weißen Schrauben geht das völlig einfach und schnell. Man kann sowohl nach rechts und links verschieben, als auch den kleinen Arm mit der Kantenführung nach vorne und hinten verschieben. So ist es möglich, auch eine Führung zu gewährleisten, wenn die Stoffkante irgendwo innerhalb der Breite des Füßchens sein soll.

(nicht wundern, mit den roten Linien habe ich mir die Position für den Bandeinfasser markiert)

 

Jetzt wird einmal in der Runde herum genäht (geht also auch prima mit geschlossenen Seitennähten). Ich beginne der in der Regel kurz vor einer Seitennaht und nicht in der vorderen unteren Mitte des Saums. So fällt später die überlappende Naht weniger auf. Da ich in einer Runde covere und nicht, wenn eine Seitennaht noch nicht geschlossen ist, muss sich die Covernaht um ein bis zwei Stiche überlappen. Das fällt aber wirklich kaum auf.
Diese Art und Weise des Säumens klappt aber natürlich auch, wenn die Greiferfäden als Ziernaht außen zu sehen sein sollen. Dann ist jedoch nicht unbedingt die Kantenführunf nötig 😉

Wie ich oben schon kurz angedeutet haben, gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, bei der die Kantenführung hilfreich ist. Gerade bei der Carol von Pattydoo wird an einigen Stellen abgesteppt und da ich ja eine Cover besitze, hat an dieser Stelle meine Nähmaschine eine Pause. Die Cover macht das einfach viel besser 🙂
Zum Beispiel habe ich am Halsausschnitt mit einem Beleg gearbeitet. Diesen Steppe ich mit einer Kettnaht fest, damit er sich nicht immer beim Anziehen nach außen legt. Dabei habe ich die Kantenführung so ausgerichtet, dass sie immer den gleichen Abstand zur Ausschnittkante gewährleistet.

Weiterhin wird bei der Carol der Tunnel für den Gummizug abgesteppt, wenn Rockteil und Oberteil schon zusammen genäht sind. Damit ich immer die 2cm für den Tunnelzug einhalte, habe ich mir mit Hilfe eines Lineals diese Strecke, von der Nadel an, ausgemessen und mit der Kantenführung fixiert. Sie ist dabei perfekt im Nahtschatten der vorhergehenden Naht, perfekt entlang geglitten.

Auch beim absteppen der Taschen kam die Kantenführung, wie beim Ausschnitt, zum Einsatz.

Zu guter letzt, zeige ich euch meine Carol von Pattydoo auch noch im ganzen. Ein ganz toller Schnitt, der mir direkt ohne Anpassungen gepasst hat. Das ist bei mir fast schon ein ding der Unmöglichkeit. Die herkömmlichen Schnittmuster aus Zeitschriften pass mir nie. Ich hatte es schon fast aufgegeben mir selber etwas zu nähen 🙁
Aber jetzt habe ich mir gleich neue Stoffe von der Messe mitgebracht und bin voll motiviert! Das heißt, ihr werdet jetzt sich öfter mal was von mir für mich sehen… Nur an den Tragebildern muss ich noch arbeiten. Irgendwie finde ich keinen der mal ein schönes Foto von mir macht. Derweil muss erstmal die „Kleidertrulla“ her halten, denn gerade bei diesem Schnitt sieht man die tolle Passform nur am Körper.

Stoff: Baumwolljaquard über Le-NähCafé und StrickCafé
Schnittmuster: Carol von Pattydoo (mit Beleg, Rock mit Taschen und Taillengummi)
das E-book gibts hier, ich habe den Papierschnitt von hier
Flexible Kantenführung: ich habe die original Kantenführung von Elna, 
deutlich günstiger und auch passend ist die von Janome 
Verlinkt bei: Creadienstag, DienstagsDinge,
Handmade on Tuesday und maritimes&meer

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